Eva hat eine klare Aufgabenverteilung unserer Familie erkannt, die sie sehr gern (zu meinem Leidwesen) zum besten gibt.

Eva geht in den Kindergarten.
Papa geht auf Arbeit.
Mama macht Urlaub.

Nun ja, immerhin bin ich mittlerweile im Mutterschutz, was ja fast wie Urlaub ist, wäre da nicht der Alltag und die Realität.

Eva hat die Angewohnheit, wenn sie auf der Toilette sitzt, einen raus zu schicken, um dann „Fertig!“ zu rufen, wenn man sich gerade irgendwo niederlassen oder etwas machen will.

Als ich heute auf der Toilette war, kam sie angeflitzt und sagte: „Mama pullern? Eva raus gehen. Mama rufen „Fertig!“, dann Eva kommt und Popo abwischen!“ Ich willigte ein und dachte bei mir, jetzt mache ich es mal wie sie. Wartet kurz ab und rief dann. Sofort kam sie zurück, rollte etwas Toilettenpapier ab und sagte: “ Mama fertig? Ja? Bitte runter und bücken. So!“ und dann bückte sie sich, wie sie sich eben bückt, wenn ich ihr den Popo abwische.

Es war nicht leicht sie davon zu überzeugen, dass es besser wäre, wenn ich das alleine machen würde. Aber das Toilettenpapier durfte sie mir reichen.

Nach den Sätzen mit „…, dann …“ sind wir nun bei „Mami, Mami! … Aber, aber! …“ angekommen. Und eine Diskussion folgt der nächsten. Es sei denn Mami spricht ein Machtwort. Manchmal muss auch das sein.

Eva mag die Dis.ney Prinzessinnen.

„Schuld“ ist der Opa, der ihr ein Klavierbuch gekauft hat. Tolle Sache. Tolle Kinderlieder. Dis.ney Prinzessinnen Design. Da kann er ja nichts dafür. Aber damit fing alles an. Heute musste es dann ein Dis.ney Prinzessinnen Kartenspiel sein. Ich hoffe nur, dass keiner auf die Idee kommt Bettwäsche in diesem Design zu kaufen.

Denn kurioser Weise ist Eva gar kein Rosa-Prinzessinnen-Mädchen. Sie ist eher ein Gelb-Orange-Rot-Auto-Mädchen.

Der Mann parkt mit Vorliebe rückwärts ein. Das liegt dem gebürtigen Berliner wohl im Blut. Ich kann das nicht nachvollziehen, aber das ist ein anderes Thema. Er parkt also rückwärts ein und betont sein Vorgehen mit: „Ja, ich parke jetzt rückwärts ein.“. Ich sage „Mach was du willst, ich muss die Sachen nicht aus dem Kofferraum holen.“ … In der Zwischenzeit ist er fertig mit einparken, meine ich zumindest und öffne die Tür. Da ruft er: „Warte! Ich glaube, ich stehe schief.“ und ich verdrehe die Augen, steige aus und sage: „Nun mach mal halblang.“. Da tönt es sehr ernst von hinten aus dem Kindersitz: „Ist doch egal, Papa!“. Wo sie recht hat!

Papa und Eva schauen auf dem Sofa liegend den Sandmann. Eva kuschelt sich an Papas Bauch. Dann streichelt sie über Papas Bauch, tätschelt ihn und fragt: „Papi? Da auch Baby drin?“.

Ich für meinen Teil habe sehr gelacht. Der Papa klärte auf: „Nein, ich bin einfach nur fett.“

Beim Zähneputzen sage ich zu Eva, „Zeig mal deine Zähne. Ich schaue mal, ob die alle richtig sauber sind.“. Und sie macht ihren Mund ein bisschen auf und zeigt sie mir, ohne näher zu kommen. Also sage ich „Komm bitte zu mir her, so sehe ich nichts.“ und sie antwortet: „Mama, bitte Brille aufsetzen.“

Seit einiger Zeit bin ich dazu übergegangen das Klingeln diverser Paketbringer zu ignorieren, wenn wir kein Paket erwarten. Paketverfolgung sei dank, wußte ich, dass ich heute meine gestern bestellten Bücher bekommen werde. Es klingelt und ich schaue nicht auf die Uhr, sondern gehe direkt zur Gegensprechanlage.

Hermes. Für die Nachbarn von unten links. Mist. Na gut.

Später erneutes Klingeln.

DHL. Zur gewohnten DHL-Zeit. Natürlich hat er zwei Pakete dabei. Ein klitzekleines für mich und ein riesiges für die Nachbarn von unten drunter. Und ich dumme Nuss, nehme dem armen keuchenden Mann das Riesenteil auch noch ab und fange an mich zu ärgern. Weil die Nachbarn von unten eigentlich immer da sind, nur eben ihre Klingel nie an haben. Gut, wenn mein Kind Mittagsschlaf hält, mache ich die auch aus, wenn ich daran denke. Die haben allerdings prinzipiell die Klingel aus. Und dann steht das Riesenteil in unserem Miniflur. Es steht im Weg und nervt. Die von unten sehe ich mit dem Rad wegfahren und irgendwann wiederkommen, weil der Hund von denen ja jede Bewegung meldet.

Allerdings kommt keiner der Nachbarn um sein Paket zu holen. Und das ärgert mich richtig. Also muss der Mann nach dem Abendbrot los, um sie loszuwerden und ich muss versprechen keine Paket mehr für diese Nachbarn anzunehmen, weil die immer freitags Paket bekommen und dann das ganze Wochenende nicht da sind und die elenden Teile unseren Miniflur verstopfen.

Ich gelobe Besserung.

* Wenn wir in einem Spielzeugladen sind, wird alles ganz genau angesehen und ausprobiert, haben will Eva allerdings nichts.

* Sind wir beim Lebensmitteleinkauf, dann will sie so einiges haben. Gummibärchen, Überraschungseier, Wurst … und das, obwohl sie gar kein großer Esser ist.

* Sie liebt es den Müll wegzubringen. Sobald das Wort „Müll“ fällt ist sie schon unterwegs, um sich die Schuhe anzuziehen. Gestern musste ich ihr versprechen, dass sie das nächste Mal, wenn wir bei Oma sind, den Müll mit wegbringen darf. Oma hatte nämlich erst uns verabschiedet und war dann zu den Mülltonnen gegangen, ohne sie.

* Zum Frühstück möchte sie meistens Tee oder Wasser. Zum Abendbrot dann Milch.

* Überhaupt trinkt sie lieber Wasser und Tee, als z.B. Saft oder Limonade. Da will sie nicht mal kosten.

* Schlafen will sie meist „Ohne Decke und ohne Kissen!“ oder aber „Doll!“ bis zur Nasenspitze zugedeckt.

* Sie schlägt Supa-Dupa-Purzelbäume. Auch ohne sich mit den Händen abzustützen. Von mir hat sie das definitiv nicht.

Gerade hatte ich die Haustür hinter mit geschlossen, da es sich heute zufällig ergab, dass der Papa Eva in die Kita bringen konnte, da klingelt es von unten und ein Mann flötet „Der Schreiner ist da!“ … WAS? Ich bin noch in Schlafzeug, ungekämmt, ungewaschen und überhaupt hatte ich extra angerufen, dass die erst ab 9.00 Uhr kommen sollen, weil ich normalerweise Eva in die Kita bringe und eben erst gegen 9.00 Uhr wieder zu Hause bin.

Der Schreiner wäre auch gegen 9 noch mal gekommen, aber wenn er schon mal da war, musste er eben diesen Anblick ertragen und hatte das klemmende Badfenster auch in 5 Minuten neu eingestellt. 3 Unterschriften und schon war er wieder weg.

Trotzdem ist es unangenehm, so „unvorbereitet“ einem Fremden gegenüber zu stehen. Hoffen wir mal, dass die Handwerker am Montag wirklich erst um 9.00 Uhr klingeln.

 

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